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Die Pfahlbauten in St. Peter-Ording feiern ihren 100-jährigen Geburtstag

Häuser auf Pfählen - das gibt es an der deutschen Küste nur in St. Peter-Ording. Insgesamt fünfzehn dieser maritimen Bauwerke befinden sich an dem zwei Kilometer breiten und zwölf Kilometer langen Strandabschnitt auf der Halbinsel Eiderstedt. Die Pfahlbauten beherbergen gemütliche und originelle Restaurants mit tollem Ausblick, sind die „Arbeitsstube“ der DLRG-Rettungsschwimmer und Versorgungseinheit der Strand- und Badegäste. In diesem Jahr feiern sie ihr 100-jähriges Jubiläum.

Schon von weitem zeichnet sich ihre unverkennbare Silhouette am weiten Horizont ab. Manche stehen in Gruppen zusammen, andere reihen sich in scheinbar willkürlichem Abstand aneinander. Doch alle haben sie eines gemeinsam: Auf hohen Stelzen gebaut, zieren die Pfahlbauten den Strand von St. Peter-Ording und sind zu einem unverkennbaren Merkmal des berühmten Nordseeheil- und Schwefelbades geworden. Marketing- und Tourismusbroschüren werben mit ihrem stilisierten Logo, Gäste erfreuen sich an T-Shirts, Caps und Taschen mit ihrem Aufdruck. Bei Film- und Modeproduktionen haben sie längst Karriere gemacht. Kein Wunder. Ihre außergewöhnliche Lage spricht für sich. Wo gibt es das schon?

Bis zu acht Meter über dem Strand kann man hier in die Weite träumen, den Surfern und Kitern bei ihren Sprüngen in den Wellen der Nordsee zuschauen oder die Stimmung eines ungetrübten Strandtages genießen.

Denn heute wie damals ist St. Peter-Ording ein beliebter Urlaubsort für die Sommerfrischler: Wer vor hundert Jahren seine Ferien in St. Peter-Ording verbrachte, der fuhr mit der Bahn bis nach Garding, ließ sein Gepäck in eine Kutsche laden und sich nach Sankt Peter und weiter nach Ording fahren. Man wohnte im noblen „Strandhotel“, das Meer unmittelbar vor der Tür. Gebadet wurde am Strand direkt vor den Hotels und Pensionen, etwa in Höhe des heutigen Deiches. Man lag gemütlich in den Dünen und bei Flut ging man im Priel baden.

Wer Lust hatte, setzte bei Flut mit dem Boot über die erste Sandbank oder wurde für einen Groschen durch den örtlichen Fischer auf die zweite Sandbank übergesetzt.

Darauf entstand dann auch im Jahre 1911 der erste Pfahlbau - die so genannte „Giftbude“. Nicht etwa weil es hier gefährlich war, sondern weil es dort etwas „gift“, ein althochdeutsches Wort für Gabe oder Geben. Und es gab tatsächlich etwas, nämlich Alkohol. Schon bald rankten sich Geschichten, Lieder und Grüße auf Postkarten um diesen legendären, seltenen Pfahlbau, in dem man gemeinsam feierte und viel Spaß hatte.

Die Vorläufer anderer Pfahlbauten zum Beispiel waren Badekarren, von denen aus die Gäste in die Nordsee gingen. Sie dienten gleichzeitig als Umkleidekabinen, in denen man die Gäste auch mit kleinen Erfrischungen versorgte. Um sie nicht ständig auf - und abbauen zu müssen, stellte man sie auf Pfähle, damit die Springund Sommerfluten sie nicht beschädigen konnten. Leider baute man die Pfähle nicht immer hoch genug. Das reichte für die übrigen normalen Fluten. Doch stärkeren Sturmfluten und Eisgang waren sie nicht gewachsen. Aus schmerzlicher Erfahrung wurde man klug und lernte die Dicke und Höhe der Pfähle so zu verändern, dass sie auch diesen Gefahren standhielten. So brachte man zuerst auch schrägstehende Pfähle an, die sowohl zur Stabilität als auch zur Abwehr von Eisschollen beitragen sollten.

Damals schon waren die Pfahlbauten nicht nur zu Fuß, sondern auch mit Pferd und Wagen, später auch mit dem Auto erreichbar - schon immer ein großer Vorteil. In den 70-er Jahren versandete die zweite Sandbank und vereinte sich mit der ersten. Das war die Geburtsstunde der „größten Sandkiste“ an der deutschen Nordseeküste. Von nun aus badete man nur noch von der Sandbank aus und konnte dabei den „starken Wellenschlag“ der Nordsee genießen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich an den fünf Strandabschnitten ein jeweils eigener Versorgungsbereich mit mindestens drei Pfahlbauten: Badeaufsicht, Restaurant, Toiletten etc.

Ein Besuch der Pfahlbauten sprach sich schnell als Geheimtipp herum. Damals wie heute. Weit und breit nichts anderes zu sehen, als Sand, Wasser, Dünen und im Sommer spielende Kinder - eine Idylle, an der sich bis heute wenig geändert hat. Doch das Angebot der Restaurants wurde aufgerüstet, ständige Modernisierungen durchgeführt und den Ansprüchen der Gäste angepasst.

Die Strandgaststätten von Süd nach Nord:
Böhl: Die Seekiste
Dorf: Die Strandhütte
Bad: Sansibar Arche Noah
Ording: Strandbar 54° Nord
Ording Nord: Silbermöwe

Weitere Infos erhalten Sie von der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording • Postfach 100, 25823 St. Peter-Ording • Tel. 0 48 63 - 999 - 0 Werner Domann • Tel. 0 48 63 - 999 - 222 • Fax 0 48 63 - 999 - 230 • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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