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Die Fallstricke in der Realpolitik

Derzeit spricht die Bundeskanzlerin von Vertrauen gewinnen, Ruhe bewahren und Banken zu helfen.

Doch es geht weiter wie bisher, die Verknüpfungen zwischen Politik und Banken bleiben bestehen und das Milliardenspiel wird von Instinklosigkeit geprägt. Anders ist es nicht zu erklären, dass Angela Merkel Herrn Tietmeyer als Vorsitzenden eines Expertengremiums zur Finanzkrise bestellen wollte.

War es den Beratern und sogenannten Experten der Bundesregierung entgangen, dass Herr Tietmeyer im Aufsichtsrat des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) sitzt? War ihnen nicht bekannt, dass er zuvor sogar mehrere Jahre lang die deutsch-irische Depfa-Bank kontrollierte, jenes Institut also, das den heutigen Mutterkonzern HRW beinahe ruiniert hätte? Sollte Merkel gewusst haben, dass Tietmeyer einen Sitz im HRE-Kontrollgremium hat, müsste man an ihren politischen Instinkten zweifeln. Wahrscheinlicher ist, dass die Kanzlerin schlecht beraten wurde, was ebenfalls peinlich ist, so fragt Ulf Meinke in seinem Leitartikel in der WAZ von heutigem Tage.

Viel hängt nun davon ab, so Ulf Meinke, ob die Kanzlerin einen geeigneten Ersatzkandidaten für Tietmeyer findet. Der künftige Regierungsberater sollte allerdings tatsächlich das repräsentieren, was die Regierung anstrebt: eine echte Reform der Finanzmärkte für eine menschliche Marktwirtschaft.

Weitere Infos und Kommentare zum Thema in der WAZ unter www.waz.de


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