Mönche in Drepung während Patriotischer Umerziehung verhaftet
Bestätigten Informationen an das TCHRD zufolge verhafteten chinesische Sicherheitskräfte um den 12. April herum eine Reihe von Mönchen aus Drepung, nachdem diese gegen sich einem chinesischen "Arbeitsteam" widersetzt hatten, das ins Kloster gekommen war, um eine Schulung im Rahmen der Kampagne für „Patriotische Umerziehung“ durchzuführen.
Wie auch das offizielle chinesische Sprachrohr, die Nachrichtenagentur Xinhua, am 13. April 2008 mitteilte, entsandten die Behörden der „Autonomen Region Tibet“ („TAR“) im Rahmen der Kampagne „Patriotische Erziehung“ ein neues "Arbeitsteam" für „Information über Rechtsfragen" ins Kloster Drepung.
Zuverlässigen Quellen zufolge protestierten die Mönche jedoch nach dem Eintreffen der Arbeitsbrigade einhellig gegen die Durchführung der Kampagne. Daraufhin wurden Sicherheitskräfte hinzu gerufen, um die renitenten Mönche unter Kontrolle zu bekommen. Mehrere von ihnen wurden sofort verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht, weil sie die Schulung gestört hatten. Gegenwärtig liegen keinerlei Informationen über ihr weiteres Schicksal vor.
Die Kampagne für „Patriotische Erziehung“ wurde in mehreren Klöstern in Tibet wieder aufgenommen und intensiviert. Dabei werden die Mönche zusätzlich zur üblichen politischen Indoktrinierung dazu gezwungen, den Dalai Lama zu schmähen und die aktuellen Proteste zu verurteilen. Die neuen Arbeitsteams zur Information über die rechtliche Situation haben die spezielle Aufgabe, die Klöster über die juristischen Konsequenzen der Teilnahme an politischen Aktivitäten in Kenntnis zu setzen. Grund dafür ist der Umstand, dass die jüngsten Proteste in Tibet von Mönchen angeführt wurden.
Obschon Xinhua am 13. April über den Besuch der Arbeitsgruppe im Kloster Drepung berichtete, wurden alle Informationen über die Proteste der Mönche und die Verhaftungen unterdrückt. Alle Straßen nach Drepung wurden von zusätzlichen Kräften der PAP abgeriegelt. Die Bewegungsfreiheit der Mönche wurde ebenso massiv eingeschränkt wie der Zugang von Besuchern und Gläubigen zum Kloster.
Das TCHRD fordert die VR China auf, alle Tibeter freizulassen, die verhaftet wurden, weil sie ihre, in der chinesischen Verfassung und zahlreichen internationalen von China mit unterzeichneten Abkommen garantierten Grundrechte ausgeübt haben. Ferner fordert das TCHRD die VR China auf, die Kampagne für „Patriotische Erziehung“ in den religiösen Institutionen Tibets unverzüglich einzustellen. Die Regierung der VR China soll außerdem sicherstellen, dass die Verhafteten nicht den in den chinesisch verwalteten Haftanstalten üblichen Misshandlungen und Folterungen unterzogen werden.
Quelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD)
Übersetzt und eingesandt von: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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