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Millionenschulden und falsches Marketing in bayr. Gemeinden
Geschrieben von Redaktion
Freitag, 24. Oktober 2008
Oberstdorf Pleite: der nächste Fall ins Bodenlose
Dass bairische Politiker und Verwaltungungen mit Geld umgehen können und nur sie finanzielle Kompetenz besitzen, gehört seit der BayernLB nachweisbar der Märchen- und Sagenwelt an. Doch die bairische Welt hört bei der desaströsen Geschäftspolitik der BayernLB nicht auf. Jetzt hat es den Urlaubsort Oberstdorf erwischt und dieser bekannte Urlaubsort im Allgäu ist nun ebenfalls pleite.
Wie aus zuverlässigen Quellen zu hören ist, kann Oberstdorf mit einem Millionen-Schuldenberg und gigantischer Fehlplanungen, die den Größenwahn einer selbstgefälligen Verwaltung zeigen, nun locker mithalten.
Dass sich das auf die Gemüter in der Hotellerie und dem Angebot für Urlaubsgäste wiederspiegelt, dürte bereits in diesem Winter sich spürbar zeigen und den Kapitaldruck wegen der Zinslast auf die Gemeinde noch erhöhen. Doch dabei wird es nicht bleiben. So werden im bayerischen Tourismus Werbemittel und Werbekampagnen auf Teufel komm raus produziert, die ihresgleichen suchen.
Bayern, das Urlaubsland Nummer 1 in Deutschland hatte bisher noch nicht so zu kämpfen, da so mancher Euro über die Fördertöpfe der Bayerischen Staatsregierung, dem Bund und durch die undurchschaubaren EU-Fördertöpfe eingespielt wurde. Nur so ist erklärbar, dass beispielsweise für den Bayerischen Wald von einer Kölner Agentur der neue Solgan "100% Heimat - Ich mach mit" kreiert werden konnte, Aufkleber und Anstecknadeln produziert und vierfarbige Inserate in den üblichen Printmedien geschaltet wurden. Das Wort "Bayerischer Wald", also ein Bezug zu dem Werbespruch fehlte dabei allerdings reihum, so dass "100% Heimat" auch für die Nordsee oder die Karpaten hätte gelten können.
Dass diese Form der Werbung und Gästegewinnung nur in Printmedien funktionieren kann und im Internet ins bekannte Nichts führen (Keywords, Metatags u.ä.) wurde dabei allerdings scheinbar völlig vergessen. Der Werbespruch hat, so war aus gut unterrichteten Kreisen zu hören, rd. 50.000 Euro gekostet. Bairische und EU-Fördermittel machten es möglich.
Doch das ungehemmte ausgeben wird wohl bald sein Ende finden und so hat auch Oberbayern mit mancher Altlast zu kämpfen. In Prien am Chiemsee bangen die Bürger um ihre hart verdienten Steuergelder. Im Jahr 1999 wurde dort die Chiemsee SeebühnengesellschaftmbH gegründet, um den Fremdenverkehr in Prien zu fördern. Die Priener Tourismusgesellschaft mbH, deren einziger Gesellschafter der Markt Prien am Chiemsee ist, beteiligte sich mit 70 Prozent und weist mittlerweile 1.082.659,04 Euro an Verlusten aus, wie der Bund der Steuerzahler recherchierte.
Problem auch hier: Millionen stehen bei Neubauten regelmäßig bereit, Folgekosten und Ausgaben für einen erfolgreichen Betrieb und für die Gewinnung von Kunden und Gästen stehen dann keine Gelder mehr bereit.
Es bleibt zu wünschen, dass die günstige und ein internationales Publikum erreichbare Internettechnologie sich im deutschen und bairischen Tourismus baldmöglichst auch in den Marketingabteilungen durchsetzt und in den Budgetplanungen bereits zum Zeitpunkt der Bauplanung miteinbezogen werden. Das König Ludwig Musical in Füssen kann davon ein Lied singen. Waren die Betreiber davon ausgegangen, dass ein leerer, aber schicker Pavallion auf der ITB in Berlin ausreicht um Gäste und Touristen zu gewinnen, was sich natürlich als Irrtum herausstellte.
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