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Kriminalitätslage in Deutschland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion   
Freitag, 5. September 2008

Kriminalitätszahlen basierend auf der aktuellen Rechtsgrundlage der Bundesrepublik Deutschland 

Basierend auf den Daten aus dem Jahre 2007 ergeben sich rückläufige Zahlen die den Standort Deutschland als sicher bezeichnen können. Weitere Gesetzesveschärfungen werden von vielen Vereinigungen aufgrund der vorliegenden Zahlen mittlerweile als reiner Populismus betrachtet was eine Zurückhaltung neuer Gesetze und Verschärfungen opportun sein sollte.

Organisierte Kriminalität

Deutsche Staatsangehörige stellten mit 42,1 % (2006: 42,3 %) wie in den Vorjahren den größten Anteil an den Tatverdächtigen. 18,4 % (2006: 16,8 %) der deutschen Tatverdächtigen hatten eine abweichende Geburtsstaatsangehörigkeit.

Der Rauschgifthandel und -schmuggel bildet nach wie vor den größten Anteil an der Organisierten Kriminalität in Deutschland. Daneben sind insbesondere die Eigentumskriminalität und die Kriminalität i.Z.m. dem Wirtschaftsleben von besonderer Relevanz.

Wirtschaftskriminalität

Im Jahr 2007 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik insgesamt 87.934 Fälle der Wirtschaftskriminalität registriert. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 8,3 % (7.953 Fälle). Der Anteil der Wirtschaftskriminalität an den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten betrug 1,4 % (2006: 1,5 %). Erstmals seit drei Jahren sind die Fallzahlen gesunken.

Der Rückgang der Gesamtfallzahlen im Berichtszeitraum resultiert somit im Wesentlichen aus den teilweise erheblichen Veränderungen in den Phänomenbereichen „Anlage- und Finanzierungsbereich“ (-56,8 %), „Betrug und Untreue i.Z.m. Kapitalanlagen“ (-55,1 %) und „Wirtschaftskriminalität bei
Betrug“ (-12,8 %).

Einzelne Studien und Untersuchungen kommen in diesem Zusammenhang zu der Einschätzung, dass ein Dunkelfeld von mehr als 80 % besteht3.
Die Gründe für das vermutete hohe Dunkelfeld dürften u.a. in dem mangelnden Anzeigeverhalten geschädigter Personen (z.B. Anlage von „Schwarzgeldern“) und Firmen (z.B. Angst vor Imageverlust) zu sehen sein.

Diebstahl von Kraftwagen

Im Jahr 2007 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) unter der Rubrik „Diebstahl von Kraftwagen“ insgesamt 39.438 Kraftfahrzeuge registriert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 7 %, womit sich die seit Jahren festgestellte rückläufige Gesamtentwicklung in diesem Kriminalitätsbereich fortsetzt.

PKW
2007 wurden 15.771 auf Dauer entwendete Pkw und Kombi (2006: 18.346) registriert, was einem Rückgang um 14 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Verglichen mit den Werten der vergangenen Jahre blieb der Anteil der auf Dauer entwendeten Pkw und Kombi an den Gesamtfahndungsnotierungen jedoch weitestgehend konstant und lag erneut zwischen 40 % und 50 %. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mehr als jedes zweite entwendete Fahrzeug im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen oder Ermittlungen wieder aufgefunden wird.

Lastkraftwagen
Im Jahr 2007 wurden bei einem leicht rückläufigen Zulassungsbestand von 2,3 Mio. Lkw (2006: 2,6 Mio.) insgesamt 1.972 gestohlene Lkw registriert (2006: 2.013). Die Verteilung der Fälle auf die  Unterkategorien ist gegenüber dem Vorjahr weitestgehend gleichbleibend. So wurden 2007 insgesamt 1.603 Lastkraftwagen, 101 Zugmaschinen sowie 268 Sattelschlepper als dauerhaft entwendet erfasst. Nach einem kontinuierlichen Anstieg gestohlener Lkw in den vergangenen Jahren stagnieren die Fallzahlen seit 2005 weitgehend auf dem aktuellen Niveau.

Rauschgift

Sowohl bei der Gesamtzahl der Sicherstellungsfälle als auch bei der beschlagnahmten Gesamtmenge von Rauschgift waren im Jahr 2007 rückläufige Tendenzen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der EKhD im Jahr 2007 mit 18.620 Personen um 4 % gesunken. Während die Entwicklungen bei Heroin, Kokain, Ecstasy und Crystal rückläufig waren, ist die Zahl der erstauffälligen Konsumenten von Amphetamin und Crack angestiegen.

Haschisch
Bei den Cannabisprodukten waren im Jahr 2007 sowohl Fallzahl (-10%) als auch die Gesamtsicherstellungsmenge (-13%) rückläufig.
Bei Haschisch ist die Zahl der Sicherstellungen mit 9.762 Fällen (-17%) und vor allem die beschlagnahmte Gesamtmenge mit 3.678 kg (-34%) deutlich gesunken. Die geringere Sicherstellungsmenge im Jahr 2007 ist primär darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr allein im Rahmen dreier Sicherstellungen mehr als 2 t Haschisch beschlagnahmt worden waren.

Ecstasy
Mit 2.495 Fällen ist die Zahl der Sicherstellungen von Ecstasy im Jahr 2007 gestiegen (+5%), während die Menge mit 985.218 Tabletten gegenüber dem Vorjahr gesunken ist (-9%).

Amphetamin und Methamphetamin
In 7.662 Fällen wurden 820 kg Amphetamin und Methamphetamin sichergestellt. Dies bedeutet einen Anstieg sowohl der Fallzahl (+12%) als auch der beschlagnahmten Menge (+13%) gegenüber dem Jahr 2006.

Kokain
Im Jahr 2007 wurden in 4.199 Fällen insgesamt 1.888 kg Kokain sichergestellt. Damit stiegen sowohl Fallzahl (+6%) als auch beschlagnahmte Menge (+9%) gegenüber dem Vorjahr an.

Heroin
Im Jahr 2007 wurden in 6.853 Fällen 1.074 kg Heroin beschlagnahmt.
Dies entspricht einem moderaten Anstieg der Sicherstellungsfälle (+1%) bei einer zugleich deutlich gestiegenen Sicherstellungsmenge (+22%). Der Anstieg der Gesamtmenge ist vor allem auf eine Einzelsicherstellung von mehr als 300 kg in Baden-Württemberg sowie eine von rund 150 kg in einem Verfahren des BKA zurückzuführen.

Datenquelle: Bundeskriminalamt Wiesbaden, BMI



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