Faschingsdienstag ist der Tag aller Närrinnen und Narren. So auch in Bayerns Landeshauptstadt. Doch in 2008 kam alles anders als gedacht. Denn tausende der Bevölkerung und Hauptstadtgäste wurden ausgesperrt und durften den beliebtesten Faschingsort Münchens, den Viktualienmarkt, nicht besuchen.
Dabei ist nicht davon die Rede, dass es sich hier um eine geschlossene Veranstaltung oder ein Gebäude handelt. Nein es ist der öffentliche Platz im Herzen Münchens an dem die Marktweiber ihren bekannten Auftritt haben und Münchner frisches Gemüse, Obst, Fleisch und Käse kaufen.
Warum es zur Absperrung kam war auf Anfrage bei eingesetzten Polizisten nur dergestalt zu erfahren, dass von der Stadt München, respektive dem Kreisverwaltungsreferat (Leiter Wilfried Blume-Beyerle) , ein "privater Sicherheitsdienst" (PWS) für den Zugang die Verantwortung übertragen wurde und die örtliche Polizei deren Anweisungen unterlag. Flexibilität war ausgeschlossen. Befehl ist schließlich Befehl.
Kein Wunder, dass es vielen Münchnern reichte und sich mit der Polizei an den Absperrungen hitzige Wortgefechte lieferten. Typisch München: unflexibel bis ins Mark.
Davon betroffen war der Oberbürgermeister natürlich nicht und sein Hinweis, dass in München der Fasching sehr wohl richtig gefeiert wird, galt wohl nur für ihn und die Honorationen der Stadt. Der Steuerzahler wie auch die Standbesitzer auf dem Viktualienmarkt konnten darüber nur lachen und spotteten ob dieser OB-Aussage. Denn das Verlassen des Viktualienmarktes war wegen der kompletten und hermetischen Absperrung ebenfalls nur nach Diskussionen möglich. Selbst wenn in der Minute 100 Personen dann an den Sperren den Platz verließen war die Polizei und der beauftragte Ordnungsdienst nicht in der Lage einer entsprechende Menge an neuen Gästen den Zugang zu gewähren. Komplette Überforderung auf der ganzen Linie.
Münchens Bürger dürfen gespannt sein, mit welcher Ausrede die nächste Veranstaltung abgeschottet wird. Möglichkeiten der Gängelung gibt es ja immer weider: Sicherheitskonferenz, Oktoberfest, Christkindlmarkt, Stadtjubiläumsfeier etc.
So wird also der Fasching in München feiert. Na dann gute Nacht ihr Münchner Narren und Närrinnen. Wie das wohl die Verantwortlichen in den Karnevalshochburgen in Köln und Mainz nur immer wieder schaffen?
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