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Nokia verlässt den Produktionsstandort Deutschland
Geschrieben von Redaktion
Freitag, 18. Januar 2008
Kommt Werksschliessung Nokia teuer?
NOKIA Werksschließung soll den Konzern teuer kommen
Wie der Weser-Kurier in seiner Ausgabe vom Samstag mitteilte hat der zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, angekündigt, im Falle einer definitiven Schließung des Bochumer Nokia-Werkes diese "zu der teuersten zu machen, die in Deutschland je stattgefunden hat".
Deutschland ab 2009 ohne Handy-Produktionsstandort
Wie Nokia mittlerweile den überraschten Mitarbeitern in Deutschland mitteilte, wird die Produktion ab Mitte 2008 in andere europäische Nokia Werke verlagert und der Standort Bochum geschlossen.
So plant Nokia, die Produktion mobiler Endgeräte in Deutschland einzustellen und den Standort Bochum bis Mitte 2008 zu schließen, wie die Pressestelle mitteilte.
In Folge der geplanten Produktionsverlagerung von Bochum an andere europäische Standorte, wird Nokia auch Bereiche, die nicht zur Produktion gehören, in Bochum einstellen. Gleichzeitig mit der geplanten Schließung des Standorts Bochum gab Nokia bekannt, dass das Unternehmen den Verkauf des Bereichs Line Fit Automotive Business (ab Werk integrierte Lösungen für die Fahrzeugindustrie) plant und in Verhandlungen mit Sasken Technologies zum Verkauf der Bochumer Forschungs- und Entwicklungsabteilung Adaptation Software ist.
Die geplante Schließung des Standorts Bochum wird voraussichtlich etwa 2.300 Nokia Beschäftigte betreffen.
Die Entscheidung von Nokia, die Produktion in Bochum stillzulegen, ist angeblich auf die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zurückzuführen. Eine Erneuerung des Standorts würde zusätzliche Investitionen erfordern, doch selbst diese würden nicht dazu führen, die Produktion in Bochum weltweit wettbewerbsfähig zu machen.
"Die geplante Schließung des Werkes Bochum ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit von Nokia langfristig zu sichern", sagte Veli Sundbäck, Executive Vice President von Nokia und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nokia GmbH. "Aufgrund der Marktentwicklung und der steigenden Anforderungen hinsichtlich der Kostenstruktur ist die Produktion mobiler Endgeräte in Deutschland für Nokia nicht länger darstellbar. Es kann hier nicht so produziert werden, dass die globalen Anforderungen hinsichtlich Effizienz und flexiblem Kapazitätswachstum erfüllt werden. Daher mussten wir diese harte Entscheidung treffen."
Diesem Dilemma wird sich zukünftig so mancher Hersteller irgendwann stellen müssen, denn entweder gleichen sich die Produktionsbedingungen und damit einhergehend die Gehälter an und der Vorteil hebt sich auf, oder die Preise fallen ins Bodenlose und die Quartalszahlen bringen zwar Umsatz aber keinen Profit.
Auch wenn die Bundesregierung immer wieder mitteilt, dass der Aufschwung Deutschland erreicht hat und dieser Aufschwung "unten" noch nicht angekommen ist, stellt sich doch die Frage auch für NOKIA, wer denn die Produkte noch kaufen soll, wenn in jeder Branche tausende entlassen werden. Denn die Billiglohnländer haben einen entscheidenden Nachteil: die Bevölkerung dort wird die Produkte, ob des Niedriglohnes, nicht kaufen können. Den Aufschwung spüren derzeit nur die Firmen, die mit Fördermittel geködert wurden, diese gerne wahrnahmen und nach der vereinbarten Zeit dann die nächsten Fördermittel sich einverleiben. Nach BenQ nun auch NOKIA. Das Ende der Handy-Produktionsstandortes Deutschland ist eingeläutet. Ein Zurück wird es nicht geben.
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